FRÜHJAHRSTAGUNG 2026
WOLFSHAGEN
Die Frühjahrstagung 2026 fand bei sonnigem Frühlingswetter in der benachbarten Prignitz, im Schloss-Museum Wolfshagen statt. Grund dafür war zum einen der „Blick über den Tellerrand“ in eine andere historische Region der Mark Brandenburg. Zum anderen ist das Schloss-Museum ein Herzensprojekt des langjährigen Vorsitzenden des Altmärkischen Geschichtsvereins Prof. Dr. Bernhard v. Barsewisch.
Nach kurzer Begrüßung durch die Vorsitzende Sigrid Brückner sprach Prof. Dr. Bernhard von Barsewisch über seine Recherchen zur eigenen Familiengeschichte, die in einem bislang wenig beachteten Archiv-Bestand interessante Ergebnisse erbrachte. Unter dem Titel: „Eine verborgene Quelle für altmärkische Geschichte. Der Nachlass Bekmann im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz.“ ging der Referent auf die grundsätzliche Bedeutung des Bestandes und auch auf interessante Beispiele aus dem Nachlass ein.
Frank Moldenhauer sprach dann über sein langjähriges Projekt - die Datenbank historischer Grabmäler der Altmark. Er zog ein Resümee über seine über 9-jährige Arbeit, stellte besondere Fundstücke vor und berichtete über Arbeitsweise, Ergebnisse und die nicht minder interessanten Erlebnisse am Rande. Nach genealogischen Forschungen seit 1978 erweiterte der Referent seine Quellenbasis und widmete sich den materiellen Hinterlassenschaften des Totenkultes, den Grabdenkmälern.
Der Hausherr Bernhard von Barsewisch gab vor dem Mittag eine kleine Einführung in die Hausgeschichte. Das zweiflügelige Gebäude wurde 1787 auf den Resten dreier Renaissance-Häuser als Gutshaus der Familie Gans zu Putlitz errichtet. Nach der Enteignung fand 1952 hier eine Schule ihren Platz. Diese Nutzung machte einige Umbauten erforderlich, die leider auch manches von der Inneneinrichtung zerstörten. Nach der Schließung der Schule 1998 erfolgte eine umfangreiche Sanierung und Einrichtung des heutigen Schloss-Museums, das in eindrucksvoller Weise den Charakter eines märkischen Gutshauses darstellt.
Nach der Einnahme des Mittagessens an der Festtafel im Esszimmer erfolgte ein Hausrundgang. Hier konnte Bernhard von Barsewisch die Ergebnisse jahrzehntelangen Sammelleidenschaft präsentieren und seine eigene Porzellansammlung vorstellen. Dabei handelt es sich um die größte Sammlung von mitteleuropäischem unterglasurblau gemaltem Porzellan aus vier Jahrhunderten. In mehreren Zeitschnitten werden Porzellane aus über 50 Manufakturen gezeigt.
Hieran anschließend und vor der Kaffeetafel erhielten die Anwesenden dann Einblicke in die Tätigkeit des Förderkreises Prignitzer Museen. Frau Renate Renate Groenewegen, die erste Vorsitzende, schilderte die Entstehung, Aufgaben und Struktur des Förderkreises, der über 20 Museen aus der Prignitz, darunter auch das Schloss-Museum Wolfshagen, vereinigt. Nach dem Kaffee und der Aufnahme des obligatorischen Gruppenfotos bestand dann die Möglichkeit, sich noch individuell im Museum und im umgebenden Gelände umzusehen.

Die Vorsitzende Sigrid Brückner dankt dem Gastgeber Prof. Dr. Bernhard von Barsewisch mit einem Blumenstrauß

Die Vorträge fanden im Gartensaal des Schlosses statt

Einführung zur Hausgeschichte im Esszimmer des Schlosses

Führung durch die umfangreiche Porzellansammlung des Museums

Besichtigung der Schloss-Kapelle, einer Neuinszenierung mit geborgenen Elementen der abgerissenen Gutskapelle

Gruppenbild vor dem Eingang zum Schloss-Museum
