altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Dorothea Sophie 3Giesecke

Günther

Ehefrau des Amtmanns

Sterbedatum:
00.05.1763
Konfession:
evangelisch
Ort:
Grieben
Standort:
Kirche
GPS:
11.962251 - 52.439863

Beschreibung Zustand:
Die Grabplatte aus Sandstein ist stark abgetreten. Von der Inschrift sind wenige lesbare Spuren erhalten.

Gestaltung:
Das erhabene Textfeld ist an den Seiten mittig mit Schnörkelwerk dekoriert. Darüber steht ein Wappen mit dem Lamm Gottes im Schild. Am unteren Ende liegt unter einem Konvexbogen ein Totenkopf vor einem Knochen. Eine zerbrochene Sanduhr ruht auf dem Schädel.

Inschrift:

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Anmerkung:
Der Grabstein wird sehr spärlich beschrieben bei Hossfeld/Haetge „Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen Kreis Stendal Land“, Kommissionsverlag August Hopfer in Burg 1933, S. 80: „12. Grabstein-Schrifttafel. h 2 m, br 0,92 m. Um 1780. Schrift und Wappen abgetreten.“ Unmittelbar rechts daneben steht eine Grabplatte mit gleichem Dekor. Einziger Unterschied ist im Wappen (hier eine Hausmarke) zu finden.
Dorothee Sophie Giesecke wurde in Tucheim am 25. April 1730 als Tochter des Pastors Joachim Friedrich Günther in Tucheim (15 km südlich von Genthin) und dessen Ehefrau Elisabeth Margarethe Wächtler geboren. Diese Herkunft erklärt auch das Lamm Gottes im Wappenschild ihrer Grabplatte. Am 18. Juni 1748 ging sie die Ehe mit dem damaligen Schulenburgischen Amtmann zu Tucheim und späteren Amtmann zu Grieben, Johann Henoch Giesecke (* Rogätz 10. August 1714, begraben in Grieben am 18. März 1762 „gewesener Amtmann hier“, Sohn des Alvenslebischen Amtmannes George Ernestus Giesecke in Rogätz und dessen Ehefrau Charlotte Dietrichs), ein. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor:
1) Johann Dietrich Friedrich Augustus Giesecke * Tucheim 11. Mai 1749, Schüler der Lateinschule in Halle/S. ab 11. Mai 1764 (siehe Archiv der Franckeschen Stiftungen AFSt/S L 2, S. 275, Nr. 9241),
2) Johann Ludovicus Ernestus Giesecke * Tucheim 11. November 1750, Schüler der Lateinschule in Halle/S. ab 11. Mai 1764 (AFSt/S L 2, S. 275, Nr. 9242),
3) Daniel August Ernst Giesecke * Tucheim 12. Dezember 1752, begraben 14. Mai 1767 „alt 14 Jahr u. 5 Monathe, gest. an der Brust Krankh. wozu die weiße Frieseln gekom̅en“,
4) Johann Wilhelm Christoph Giesecke * Tucheim 26. Januar 1756,
5) August Gottlieb Christoph Giesecke * Tucheim 2. Juni 1758.
Die Kindsmutter Dorothee Sophie Giesecke wurde lt. Kirchenbuch von Grieben am 15. Mai 1763 begraben.

Lage:
Die Grabplatte steht innerhalb der Kirche an der Westwand des Schiffes im heute als Winterkirche genutzten Bereich unterhalb der Empore.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2018, 2026