Beschreibung
Zustand:
Die hochrechteckige Sandsteinplatte ist bis auf die fehlende linke Unter-Ecke vollständig erhalten.
Gestaltung:
Die Platte besitzt einen schmalen, erhabene Rand und trägt eine vertiefte Inschrift. Die Ecken sind mit Reliefs ausgeschmückt (oben je ein Engelskopf über einem Flügelpaar, unten links ein Totenschädel über einem gekreuzten Knochenpaar, unten rechts eine Sanduhr).
Inschrift:
In Erwarttung Einer Frolichen
Aufferstehung
Ruhet alhier in Gott sanfft und wohl
der EndtSeelte Leichnam
des weyland Grossachbahre wohl angesessenen
wohl bekannten HANS WITTEN
Ackerß man in Wassmersla
der selbe ist gebohren Ao̅ 1654 · welcher
in den Standt der Heiligen Ehe getretten
im 25.ten Jahr und der damahligen Jungfer MARIA THÖLCKENS und mit dieselbe
ohne Erben eine friedliche Ehe 31 Jahr gehabt
da er eine Zeither mit der Schwinds: beleget
worden welches ihm auss gezehret und
gegemaattet, da er 1710 den 13.ten Julij
im Herrn Seelig und Sanfft entschlaffen
Seines Alters 50 Jahr.
Leichen Text
genommen aus dem gesang Freue dich
Sehr O meine Seele. der siebende Verss:
In deine wunde will ich fliehen An meinen
bittern Todes gang, durch deine Seitte will
ich ziehen ins himmlische vatterland, in das
schöne Paradeis Drein der schächer that
sein reis wirst du mich, Herr Christ
einführen und mit Ewgen
Klarheit zieren:
Anmerkung:
Die Grabplatte wurde nach Auflassung der Grabstätte einer Wiederverwendung als Bodenplatte in einem Stallgebäude in Wasmerslage (im Kreuzungsbereich zwischen der Landstraße von Königsmark nach Iden und der Feldstraße - ca. 1 km vor der Ortslage Königsmark) zugeführt. Denkbar wäre, dass es sich hierbei sogar um den ehemaligen Witte-Hof handelt. Da die Schriftseite nach unten lag, war sie als Grabplatte nicht mehr zu erkennen. Auf der Plattenrückseite sind Spuren der Zweitnutzung (Abtretungen in der Oberfläche) sichtbar. Vor etwa 40 Jahren kam bei Abbrucharbeiten auf diesem Hof vor den Augen von Herrn Friedhelm Roesler die Schauseite der Grabplatte wieder zum Vorschein. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Platte vor der Müllkippe bewahrt und eine Aufstellung auf seinem Privatgrundstück in Walsleben erfuhr. Für die Informationen und die Fotoerlaubnis sei ihm an dieser Stelle herzlich gedankt.
Das auf der Grabplatte festgehaltene Sterbedatum weicht um zwei Tage von dem im Kirchenbuch von Königsmark/Wasmerslage angegebenen ab: „den 11ten July obijt Hanß Witte, Ackersmann in Waßmerschlage, beerdiget, den 15ten hujus ætatis 54. Jahr und 22 wochen,“ Da Wasmerslage weder über eine Kirche noch über einen Friedhof verfügt, ist von einem Begräbnis im Pfarrdorf Königsmark auszugehen. Hans Witte wurde am 31. Januar 1645 als Sohn des Hans Witte († 21. Dezember 1666, 43 Jahre alt, Kirchenvorsteher) getauft. Dessen Trauung fand nicht im Kirchspiel Königsmark statt.
Als „Hans Witte jun.“ wird er im Kontributionskataster von Wasmersleben (Beritt Seehausen) 1684/1685 genannt. Sein Besitz umfasst lt. dieser Quelle 2 Hufen, 57 Scheffel 2 Viertel Aussaat an Winterkorn, 87 Scheffel 2 Viertel Aussaat an Sommerkorn, 10 Pferde, 15 Stück Rindvieh und 30 Schafe.
Die Witwe des Verstorbenen, Maria Thölcke, ging am 8. Juli 1711 eine zweite Ehe ein mit Hans Niemann († 19. Oktober 1715, 33 Jahre 4 Monate alt), Sohn des bereits verstorbenen Ackermanns Andreas Niemann in Bertkow.
Ihre dritte Ehe schloss sie ebenfalls in Königsmark am 27. Mai 1717 mit dem königlich preußischen Zollbereiter Martin Sasse († 30. Juni 1745 „des Morgens um 9 Uhr plötzlich gestorben, und bald darauf in der Stille beygesetzt, seines Alters ohngefehr etliche 60 Jahr.“).
Am 17. November 1741 „in der Nacht gegen 2 Uhr“ starb Maria geb. Thölcke in einem Alter von 80 Jahren und 3 Wochen.
Abmessungen:
2,16 m × 1,06 m
Lage:
Die Grabplatte steht frei (gehalten von zwei einbetonierten, vertikalen Eisenbahnschienen) auf dem Privatgrundstück der Familie Roesler in Walsleben.
Zustand:
Die hochrechteckige Sandsteinplatte ist bis auf die fehlende linke Unter-Ecke vollständig erhalten.
Gestaltung:
Die Platte besitzt einen schmalen, erhabene Rand und trägt eine vertiefte Inschrift. Die Ecken sind mit Reliefs ausgeschmückt (oben je ein Engelskopf über einem Flügelpaar, unten links ein Totenschädel über einem gekreuzten Knochenpaar, unten rechts eine Sanduhr).
Inschrift:
In Erwarttung Einer Frolichen
Aufferstehung
Ruhet alhier in Gott sanfft und wohl
der EndtSeelte Leichnam
des weyland Grossachbahre wohl angesessenen
wohl bekannten HANS WITTEN
Ackerß man in Wassmersla
der selbe ist gebohren Ao̅ 1654 · welcher
in den Standt der Heiligen Ehe getretten
im 25.ten Jahr und der damahligen Jungfer
MARIA THÖLCKENS und mit dieselbe
ohne Erben eine friedliche Ehe 31 Jahr gehabt
da er eine Zeither mit der Schwinds: beleget
worden welches ihm auss gezehret und
gegemaattet, da er 1710 den 13.ten Julij
im Herrn Seelig und Sanfft entschlaffen
Seines Alters 50 Jahr.
Leichen Text
genommen aus dem gesang Freue dich
Sehr O meine Seele. der siebende Verss:
In deine wunde will ich fliehen An meinen
bittern Todes gang, durch deine Seitte will
ich ziehen ins himmlische vatterland, in das
schöne Paradeis Drein der schächer that
sein reis wirst du mich, Herr Christ
einführen und mit Ewgen
Klarheit zieren:
Anmerkung:
Die Grabplatte wurde nach Auflassung der Grabstätte einer Wiederverwendung als Bodenplatte in einem Stallgebäude in Wasmerslage (im Kreuzungsbereich zwischen der Landstraße von Königsmark nach Iden und der Feldstraße - ca. 1 km vor der Ortslage Königsmark) zugeführt. Denkbar wäre, dass es sich hierbei sogar um den ehemaligen Witte-Hof handelt. Da die Schriftseite nach unten lag, war sie als Grabplatte nicht mehr zu erkennen. Auf der Plattenrückseite sind Spuren der Zweitnutzung (Abtretungen in der Oberfläche) sichtbar. Vor etwa 40 Jahren kam bei Abbrucharbeiten auf diesem Hof vor den Augen von Herrn Friedhelm Roesler die Schauseite der Grabplatte wieder zum Vorschein. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Platte vor der Müllkippe bewahrt und eine Aufstellung auf seinem Privatgrundstück in Walsleben erfuhr. Für die Informationen und die Fotoerlaubnis sei ihm an dieser Stelle herzlich gedankt.
Das auf der Grabplatte festgehaltene Sterbedatum weicht um zwei Tage von dem im Kirchenbuch von Königsmark/Wasmerslage angegebenen ab: „den 11ten July obijt Hanß Witte, Ackersmann in Waßmerschlage, beerdiget, den 15ten hujus ætatis 54. Jahr und 22 wochen,“ Da Wasmerslage weder über eine Kirche noch über einen Friedhof verfügt, ist von einem Begräbnis im Pfarrdorf Königsmark auszugehen. Hans Witte wurde am 31. Januar 1645 als Sohn des Hans Witte († 21. Dezember 1666, 43 Jahre alt, Kirchenvorsteher) getauft. Dessen Trauung fand nicht im Kirchspiel Königsmark statt.
Als „Hans Witte jun.“ wird er im Kontributionskataster von Wasmersleben (Beritt Seehausen) 1684/1685 genannt. Sein Besitz umfasst lt. dieser Quelle 2 Hufen, 57 Scheffel 2 Viertel Aussaat an Winterkorn, 87 Scheffel 2 Viertel Aussaat an Sommerkorn, 10 Pferde, 15 Stück Rindvieh und 30 Schafe.
Die Witwe des Verstorbenen, Maria Thölcke, ging am 8. Juli 1711 eine zweite Ehe ein mit Hans Niemann († 19. Oktober 1715, 33 Jahre 4 Monate alt), Sohn des bereits verstorbenen Ackermanns Andreas Niemann in Bertkow. Ihre dritte Ehe schloss sie ebenfalls in Königsmark am 27. Mai 1717 mit dem königlich preußischen Zollbereiter Martin Sasse († 30. Juni 1745 „des Morgens um 9 Uhr plötzlich gestorben, und bald darauf in der Stille beygesetzt, seines Alters ohngefehr etliche 60 Jahr.“).
Am 17. November 1741 „in der Nacht gegen 2 Uhr“ starb Maria geb. Thölcke in einem Alter von 80 Jahren und 3 Wochen.
Abmessungen:
2,16 m × 1,06 m
Lage:
Die Grabplatte steht frei (gehalten von zwei einbetonierten, vertikalen Eisenbahnschienen) auf dem Privatgrundstück der Familie Roesler in Walsleben.
Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2026