Beschreibung
Zustand:
Die aus Sandstein gefertigte Grabplatte wurde an den Schmalseiten eingekürzt, so dass dort Teile der Umschrift verloren gingen. An der Nordseite blieb dennoch die umlaufende, gekerbte Linie erhalten. Zudem ist die Platte partiell stark abgetreten, was zu einem weiteren Schriftverlust führt. Die Ecken der Nordseite sind abgebrochen und mit Mörtel wieder angefügt bzw. ergänzt worden.
Gestaltung:
Die Platte trägt auf dem Rand eine umlaufende, vertiefte Inschrift, die von einer gekerbten Linie betont wird.
Anmerkung:
Da nicht sicher ist, ob das auf der Grabplatte dargestellte Sterbejahr auf dem abgetrennten Plattenteil eine Fortführung fand, kann das Jahr 1250 lediglich als frühestmögliche Datierung innerhalb des 13. Jahrhunderts angesprochen werden. Damit zählt sie neben dem Diesdorfer Grabmal für Heinrich von Lüchow († Oktober 1273) zu den ältesten datierbaren Grabdenkmalen der Altmark.
Nach einer ersten Begutachtung der Inschrift schlägt Dr. Andreas Dietmann (Leiter des Projektes „Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit“ an der Arbeitsstelle Jena) zwei Varianten für die Ergänzung der verlorengegangenen Schriftanteile am Anfang der Umschrift vor:
1) ANNO DOMINI INCARNATIONIS (Im Jahr der Menschwerdung des Herrn) M C CL … - dann wäre das letzte E vor der Jahreszahl auf der Platte durch den Steinmetz fälschlicherweise für ein S gesetzt worden,
2) ANNO AB INCARNATIONE (Im Jahr nach der Menschwerdung) M C CL … - dann hätte der Steinmetz auf der Platte ein I zu viel eingeschlagen.
Die Lücke zwischen der Jahreszahl und dem danach wieder erkennbaren Monat (IANVARII) war nach Dietmann mit der römischen Tagesdatierung nach Kalenden, Nonen oder Iden gefüllt. Der nach dem Wort IANVARII stehenden Buchstabe I kann nur dem lateinischen Begriff für Sterben (OBIIT) angehören. Folglich nimmt der letzte Teil der Inschrift Bezug auf den Namen der verstorbenen Person (hier steht ein genauerer Deutungsversuch seitens Herrn Dietmann noch an).
Die mittelalterliche Grabplatte wäre entweder einer herrschaftlichen oder einer geistlichen Person zu zuordnen.
Ein Mitglied der Familie von Alvensleben scheidet jedoch aus, da diese erst 1420 mit Zichtau belehnt wurde und der Name nicht mit der Angabe auf der Platte korrespondiert.
Die Pfarre Zichtau wurde erst von Ludolf XIII. von Alvensleben (* 1554 † 3. Juli 1610) gestiftet. Ob es vor dem in katholischer Zeit hier eine Pfarre gegeben hat, ist nicht überliefert. Insofern ist die Widmung des Grabmals für
einen Geistlichen nicht ganz auszuschließen.
In Erwägung zu ziehen wäre auch der Umstand, dass die Platte nicht ursprünglich in Zichtau lag. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sie weder in der handschriftlich vom Lehrer Wilhelm Schulz vor 1914 verfassten Dorfchronik von Zichtau noch bei Hildebrand „Die Grabsteine und Epitaphien adliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark“, Gardelegen 1868, Erwähnung fand.
Abmessungen:
1,46 m × 0,66 m × 0,08 m
Lage:
Die Grabplatte liegt als Podest unmittelbar vor dem Altar.
Zustand:
Die aus Sandstein gefertigte Grabplatte wurde an den Schmalseiten eingekürzt, so dass dort Teile der Umschrift verloren gingen. An der Nordseite blieb dennoch die umlaufende, gekerbte Linie erhalten. Zudem ist die Platte partiell stark abgetreten, was zu einem weiteren Schriftverlust führt. Die Ecken der Nordseite sind abgebrochen und mit Mörtel wieder angefügt bzw. ergänzt worden.
Gestaltung:
Die Platte trägt auf dem Rand eine umlaufende, vertiefte Inschrift, die von einer gekerbten Linie betont wird.
Inschrift:
... (ANNO? DOMINI?)
I(NC)ARNA(T)IONIE M° C° CL° …
…
… (IA)NVARII (OB)I(IT) …EVOLDEN…
Anmerkung:
Da nicht sicher ist, ob das auf der Grabplatte dargestellte Sterbejahr auf dem abgetrennten Plattenteil eine Fortführung fand, kann das Jahr 1250 lediglich als frühestmögliche Datierung innerhalb des 13. Jahrhunderts angesprochen werden. Damit zählt sie neben dem Diesdorfer Grabmal für Heinrich von Lüchow († Oktober 1273) zu den ältesten datierbaren Grabdenkmalen der Altmark.
Nach einer ersten Begutachtung der Inschrift schlägt Dr. Andreas Dietmann (Leiter des Projektes „Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit“ an der Arbeitsstelle Jena) zwei Varianten für die Ergänzung der verlorengegangenen Schriftanteile am Anfang der Umschrift vor:
1) ANNO DOMINI INCARNATIONIS (Im Jahr der Menschwerdung des Herrn) M C CL … - dann wäre das letzte E vor der Jahreszahl auf der Platte durch den Steinmetz fälschlicherweise für ein S gesetzt worden,
2) ANNO AB INCARNATIONE (Im Jahr nach der Menschwerdung) M C CL … - dann hätte der Steinmetz auf der Platte ein I zu viel eingeschlagen.
Die Lücke zwischen der Jahreszahl und dem danach wieder erkennbaren Monat (IANVARII) war nach Dietmann mit der römischen Tagesdatierung nach Kalenden, Nonen oder Iden gefüllt. Der nach dem Wort IANVARII stehenden Buchstabe I kann nur dem lateinischen Begriff für Sterben (OBIIT) angehören. Folglich nimmt der letzte Teil der Inschrift Bezug auf den Namen der verstorbenen Person (hier steht ein genauerer Deutungsversuch seitens Herrn Dietmann noch an).
Die mittelalterliche Grabplatte wäre entweder einer herrschaftlichen oder einer geistlichen Person zu zuordnen. Ein Mitglied der Familie von Alvensleben scheidet jedoch aus, da diese erst 1420 mit Zichtau belehnt wurde und der Name nicht mit der Angabe auf der Platte korrespondiert.
Die Pfarre Zichtau wurde erst von Ludolf XIII. von Alvensleben (* 1554 † 3. Juli 1610) gestiftet. Ob es vor dem in katholischer Zeit hier eine Pfarre gegeben hat, ist nicht überliefert. Insofern ist die Widmung des Grabmals für einen Geistlichen nicht ganz auszuschließen.
In Erwägung zu ziehen wäre auch der Umstand, dass die Platte nicht ursprünglich in Zichtau lag. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sie weder in der handschriftlich vom Lehrer Wilhelm Schulz vor 1914 verfassten Dorfchronik von Zichtau noch bei Hildebrand „Die Grabsteine und Epitaphien adliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark“, Gardelegen 1868, Erwähnung fand.
Abmessungen:
1,46 m × 0,66 m × 0,08 m
Lage:
Die Grabplatte liegt als Podest unmittelbar vor dem Altar.
Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2025