altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Christian Berlin

Sohn des Ackermanns

Sterbedatum:
24.01.1897
Konfession:
evangelisch
Ort:
Estedt
Standort:
Kirchhof
GPS:
11.362577 - 52.875808

Beschreibung
Zustand
:
Der eigentliche Grabstein ist nicht mehr vorhanden, lediglich die aus schwarzem Glas gefertigte Schrifttafel ist vollständig erhalten.

Gestaltung:
Die hochrechteckige Schrifttafel trägt eine teils vertiefte du teils erhabene Inschrift. Der Name der verstorbenen Person wird mit einem Zierrahmen betont.

Inschrift:
Hier ruhet in Gott
Christian Berlin,
geb. d. 24. Febr. 1839,
gest. d. 24. Jan. 1897.

Anmerkung:
Christian Berlin starb lt. Kirchenbuch von Estedt 1897 unverheiratet an Wassersucht. Er wurde 1839 als Sohn des dortigen Ackermannes Heine Berlin (Sohn des Ackermanns Heine Berlin und dessen Ehefrau Catharina Elisabeth geb. Berlin) und dessen Ehefrau Catharina Dorothea Haase (Ackermanns Hans Joachim Haase und Catharina Dorothea Weber) geboren. Vermutlich lebte er als Knecht auf dem elterlichen Ackerhof, den später sein älterer Bruder Heine Berlin (* Estedt 26. Juli 1837 † Estedt 14. Januar 1913, Altersschwäche) mit seiner Ehefrau Marie geb. Röhl (* Winterfeld 19. Mai 1844 † Estedt 9. September 1920, Altersbrand) bewirtschaftete. An deren Grabstein lehnt die beschriebene gläserne Schrifttafel.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Tradition der Vergabe des Vornamens Heine innerhalb der Familie, die sich bis ins 17. Jahrhundert - wie man an zwei von vielen Beispielen erkennen kann - zurückverfolgen lässt:
1) „8 Sch[effel] Roggen gibt der Kirchen Heine Berlin zum Estedt, welche Joachim von Alvenschleben zur Erbauwung der Capellen der Kirchen [Kalbe] perputiret hat“, Notiz für das Jahr 1600, (Kirchenvisitationsabschiede der Altmark, Bd. II, Heft 1, S. 6)
2) am 21. Januar 1690 wird in Estedt Ilse Niebuhr „Heine Berlins des alten Schultheißen Fraw“ begraben.

Lage:
Die Schrifttafel lehnt an einem jüngeren Grabstein der Familie Berlin südlich des Chores der Kirche.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2025