altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Abraham Ludwig von Pieverling

Deichhauptmann, Gutsherr

Sterbedatum:
19.08.1748
Konfession:
evangelisch
Ort:
Käcklitz/Elbe
Standort:
Kirche
GPS:
12.015535 - 52.775220

Beschreibung
Zustand
:
Von dem aus Sandstein gefertigten Epitaph ist lediglich ein größeres Bruchstück der oberen Hälfte der Schriftkartusche erhalten geblieben. Durch die Oberflächenverwitterung ist die Lesbarkeit sehr eingeschränkt.

Inschrift:


Herrn ABRAHAM L(UDWIG)
von PIEVERLING

Königl …
…ich Hauptmann der Altenmarck
geboren … 6. Juli 1690
… ver… … Juli 1709
… Fräulein







Anmerkung:
Lt. der Schautafel vor der Kirchenruine führte nach dem 2. Weltkrieg die Panzerstraße 6 der Roten Armee durch den Ort Käcklitz. Zweimal im Jahr fanden Manöver mit schwerem Gerät in der Umgebung statt. Infolgedessen wurde der Ort aufgegeben. 1968 fand der letzte Gottesdienst in der Kirche statt. Danach fiel Käcklitz vollends wüst.
Lt. einer Mitteilung vom Heimatforscher Otto Mewes in Kleinau wurden u. a. mit seiner Hilfe einige der in der Kirche befindlichen Grabplatten verladen und zum Pfarrhof in Iden transportiert. Dort sind sie jedoch nicht auffindbar. Auch Recherchen der Gemeindekirchenrätin 2018/19 führten zu keinem Hinweis auf den Verbleib dieser Platten.
Die in der Kirche ehemals befindlichen Grabmale sind bei Haetge „Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen Der Kreis Osterburg“, August Hopfer Verlag Burg 1938, S. 150f mit einer Beschreibung (einige sogar mit Abbildung) erfasst worden:
1) Figurengrabstein für Gabriel von Pieverling († 29. November 1629) im Turmgewölbe,
2) Figurengrabstein für Georg von Pieverling († 16…) im Turmgewölbe,
3) Schriftgrabstein für Judith von Bieberlinck († 1615) und Margarethe von Bieberlinck († 1655) an der Westwand,
4) Schriftgrabstein für Anna Elisabeth Büttner († 23. Juli 1716) und Christian Büttner († 16. Mai 1731) an der Westwand,
5) Epitaph für Abraham von Pieverling († 1690) an der nördlichen Chorwand,
6) Grabstein für Sophia Agnese von Pieverling geb. von Stedingk († 15. Mai 1723) im Schiff auf dem Fußboden an der Nordseite,
7) Grabstein für Dorothea Elisabeth von Borstel († 12. März 1748),
8) Rokoko-Epitaph für Abraham Ludwig von Pieverling († 19. August 1748) an der Nordwand des Kirchenschiffs.
Das beschriebene Sandstein-Fragment gehört zu dem letztgenannten Denkmal: „12. Großes Rokokoepitaph des Abraham Ludwig von Pieverling, Deichhauptmann der Altmark, geboren den 6. Juli 1690, vermählt am 24. Juli 1709 mit Anna Maria von Borstel, gestorben den 19. August 1748. h 3,15 m, br 2,15 m. Sandstein. Wappen und Figuren gelb getönt. Auf der Konsole stehen zu seiten des Epitaphs die Figuren von Glaube und Hoffnung, als Bekrönung hält ein Putto des Brustbild des Verstorbenen (Ölfarbe auf Leinwand). Die von Rokaillen umrahmte Schriftkartusche mit Inschrift in Fraktur. In der Mitte auf dem bekrönenden Gesims das große Wappen der Familie von Pieverling. Die zahlreichen Wappen an dem Epitaph sind folgende: am Gesims D. V. Bredau, D. V. Stechau, D. V. Pieverling, D. V. Stetingen, D. V. Losen; D. V. Wappen links: D. V. Platen, D. V. Eichsteten, D. V. Flansen, D. V. Einbecken, D. V. Helfften; Wappen rechts: D. V. Kannenberg, D. V. Gropendorf, D. V. Bersebroken (? Schrägbalken mit drei Rosetten), D. V. Dincklagen, (drei Rosetten und drei Kreuze), D. V. Ilderhagen (quadriert je sechs Rosetten und zwei W), D. V. Holle. (Tafel 177 c.)“.
Eine genealogische Recherche zur verstorbenen Person ist aufgrund der erst später einsetzenden Kirchenbuchüberlieferung nicht möglich.
Ursprünglich befand sich das Epitaph an der Nordwand des Kirchenschiffes zwischen den beiden östlichen Fenstern. Zwei kleinere Fragmente aus der Rückseite sind nach der Zerschlagung des Epitaphs bis heute dort verblieben.

Lage:
Das Fragment liegt in der Apsis der Kirchenruine von Käcklitz an der Elbe.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2025
(Für die beiden historischen Aufnahmen vom vollständigen Epitaph sei Herrn Wilfried Rogge aus Stendal gedankt.)