altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Anna Blandina Lindecke

Saltzwedel

Ehefrau des Pastors

Sterbedatum:
1626?..
Konfession:
evangelisch
Ort:
Stendal, St. Jacobi
Standort:
Jacobikirche
GPS:
11.858360 - 52.608550

Beschreibung
Zustand
:
Die Sandstein-Platte wurde horizontal in zwei Hälften zerlegt, die im Fußboden unmittelbar nebeneinander liegen. Die teilweise abgetretene Oberfläche beeinträchtigt etwas die Lesbarkeit.

Gestaltung:
Die Platte besitzt eine gekerbte Umrandungslinie und trägt eine vertiefte Inschrift.

Inschrift:
ANNA BLANDINA
Soltwedels

Corona virtutum matronali̅m
et flos sœminei sexus:
NATA
19. 7b̅ris.
A̅o̅ · ab · O · R · M · DC · III
patrimonio
I…TA
… O · R · … D · Dn̅ · Iohan lind
…6 7bris an 1621 ecio
a…id…

Ao 16…6 …
HVMATA
Est hic 27 ciusel.
ANNA mea ô BLANDINA
Vali tu sancta quiesce
Tempus erit nec longe aberit
quo viva resurges
Nobiscum: Nam vere iterum
lungemur amantes.

Anmerkung:
Siehe Czubatynski „Evangelisches Pfarrerbuch für die Altmark“, Halle/S. 2000, S. 226. Demnach war Johann Lindicke vom 25. März 1621 bis 1627 Pastor an der Stendaler Jacobi-Kirche und anschließend bis zu seinem Tod im Jahre 1676 in gleicher Funktion an der Marien-Kirche. Als dessen Ehefrau wird Anna Blandina Saltzwedel, Tochter des Bürgermeisters Johann Saltzwedel und der Catharina geb. Hoffmeister, bzw. auf anderer Quelle basierend Maria Schultz angegeben.
Ein Grabstein im hohen Chor der Marienkirche (vor der nördlichen Lettner-Pforte) ist lt. Inschrift der dritten Ehefrau Lindeckes, Anna Hephardt († 7. September 1648), gewidmet.
Im Taufregister der Jacobi-Kirche wurden drei Kindstaufen Lindeckes registriert, jedoch fand die Kindsmutter Anna Blandina Saltzwedel keine Erwähnung (die Trau- und Sterberegister setzen erst im Jahre 1653 ein). Der Kindsvater Johann Lindecke wird 1623 und 1626 als Diakon an der Jacobi-Kirche betitelt:
1) Anna ~ 5. Januar 1623,
2) Margarethe ~ 2. November 1624 (Taufpate u. a. der Sekretär Martin Schultz),
3) Laurentius ~ 11. August 1626.
Die Heiratsregister der Marienkirche sind erst ab dem Jahr 1660 und die Sterberegister ab 1720 überliefert, sodass für die genealogische Recherche in diesem Bereich auch nur auf die Taufregister zurückgegriffen werden kann. Demnach brachten „Dn. Johann Lindicke“ und dessen hier erstmals genannte zweite Ehefrau Maria Schultze eine Tochter zur Taufe:
4) Anna ~ 29. Juli 1628.
Im Zeitraum nach 1628 bis 1634 ist das Ableben der Maria Schultze zu suchen, denn ab 1634 lässt „Johannes Lindecy“ mit seiner Ehefrau „Anna Heppardiana“ weitere Kinder in der Marienkirche taufen:
5) Johannes ~ 20. März 1634 „Filius ex 3tio conjugo premogenitus“,
6) Catharina ~ 30. Dezember 1635,
7) Maria ~ 8. März 1638, (Vater als Archidiakon bezeichnet),
8) Barabara ~ 9. April 1640,
9) Joachimus ~ 22. Mai 1644,
10) Christianus ~ 30. Julí 1646,
11) Anna ~ 4. September 1648.
Der Zusatz bei der Taufe des ersten Sohnes 1634 deutet ebenfalls auf eine dritte Ehe hin.

Lage:
Das Fragment liegt im Fußboden des hohen Chores (18. Platten-Reihe von Westen).

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2024