Altmärkischer Geschichtsverein
altmarkgeschichte
 

Frühjahrstagung 2018 Wittenberge


( Alte Ölmühle in Wittenberge)

Die Frühjahrstagung 2018 führte den Verein am 5. Mai nach Wittenberge in die Prignitz. Wir tagten gemeinsam mit dem Verein für Geschichte der Prignitz. Tagungslokal war das Brauhaus Alte Ölmühle, Hotel und Gaststätte im eindrucksvollen historischen Industrieareal. Die Vorträge beschäftigten sich mit „überelbischen“ Themen aus Altmark und Prignitz.


(Blick in den Tagungsraum )

Frank Riedel sprach über ein rechtshistorisches Thema, über das „Stendaler Recht für Kyritz, Wittstock und Neuruppin“. Er untersuchte dabei die Prozesse und Umgebungsbedingungen, die zur Übernahme des auf Magdeburger Grundlagen beruhenden Rechtsgefüges aus Stendal für die Stadtgründungsprozesse in der Prignitz und in der Herrschaft Ruppin führten. Anschließend referierte Bernhard von Barsewisch. Sein Vortrag „Der überelbische Besitz der Gänse zu Putlitz“ war quasi ein Ausflug in die Familiengeschichte des Referenten. Er widmete sich hier den altmärkischen Wurzeln der Gänse zu Putlitz und zitierte historische Quellen, Ereignisse und Anekdoten aus dem Gebiet zwischen Elbe und Aland.

Nach dem Mittagessen führten beide Vereine getrennte Versammlungen durch. Für den Altmärkischen Geschichtsverein stellten Sigrid Brückner und Jens Winter das jüngst erschienene Ortslexikon der Altmark vor und würdigten die jahrzehntelange Arbeit von Peter P. Rohrlach als umfassendes und inhaltsreiches Nachschlage- und Arbeitsmittel für die historische Forschung.
(Frank Riedel bei seinem Vortrag)



Im zweiten Vortragsblock referierte zu Beginn Mario Huth aus Jeßnigk über „Die Edition der Stadtbücher von Seehausen und Perleberg“. Mario Huth beschäftigt sich schon einige Zeit mit der Transkribierung dieser beiden wichtigen historischen Quellen. Er berichtete hier vom weit fortgeschrittenen Stand der Arbeiten, schilderte Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Stadtbücher und verwies auch auf die Arbeits- und Erschließungsmethodik.

Abschließend war die verbindende Elbe selbst Vortragsthema. Hubert Finke aus Wittenberge sprach über „Elbe und Schifffahrt gestern, heute und morgen“. Er ging kurz auf die Entstehung der Elbschifffahrt ein und schilderte lebhaft Ereignisse und Verhältnisse der jüngeren Elbgeschichte. Dabei vermittelte er auch anschaulich Informationen über die wasserbauliche Arbeit, über Strömungsverhältnisse und Hochwasser.


(Blick vom Dach des Tagungsgebäudes)

Für den Exkursionsteil am Nachmittag stand dann die Fahrt nach Kunrau auf dem Programm. Hier konnten mit einer Führung durch den örtlichen Heimatverein Teile des Schloss-Inneren besichtigt werden. Hierzu gehörten die Ausstellung der Sammlungen zur Alltagskultur der Gegend und die beiden Räume, die an bedeutende Landwirtschaftspioniere erinnern: Theodor Hermann Rimpau (1822-1888) und Albert Schultz-Lupitz (1831-1899).

Danach erfolgte die Weiterfahrt nach Böckwitz in die dortige Sammlung zur Landwirtschafts- und Grenzgeschichte, die vom Museumsverein Böckwitz getragen und betreut wird. Nach einer Begrüßung und kurze Einführung durch die Vereinsvorsitzende Ingrid Schumann wurde Kaffee und Kuchen gereicht und nach einer Besichtigung der dortigen Ausstellung zur Grenzgeschichte die Tagung beendet.