altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Florian Alborn

Amtmann (Kastner)

Sterbedatum:
18.04.1621
Ort:
Tangermünde
Standort:
Stephanskirche
GPS:
11.975708 - 52.542760

Beschreibung:
Zustand:
Der Grabstein aus Sandstein ist vollständig erhalten.

Inschrift
Schriftzugumlauf auf dem Rand:

AN̅O 1621 DEN 18 APRILIS ∙
IST DER EHRNVESTER ACHBAR WOLGELAHRTER VND VOR ∙
NEHMER HER ∙ FLORIAN ALBORN
WEILANDT CASTENER SELIGLICH GESTORBEN VND ALHIE BEGRABEN

im Relief:
SEINES Alters 55

Anmerkung:
Der Grabstein findet mit Abbildung Erwähnung in Hossfeld / Haetge „Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen Kreis Stendal Land“, Kommissionsverlag August Hopfer in Burg 1933, S. 230: „55. Grabstein des Florian Alborn, † 1621. h 1,85 m, br 0,90 m. Im Chorumgang, Nordseite. Standfigur in Bogennische. Relief 6 cm. Kostüm: Krause, Wams, Pluderhosen und Mantel; den hohen Hut zwischen den Füßen. Die Linke am Degengriff, in der Rechten die Handschuhe. Oben 2 Wappen: Ziehbrunnen und Reiher. Umschrift in vertiefter Kapitale: (…) (Taf. 159 d.)“
Pohlmann „Geschichte der Stadt Tangermünde“, Franzen und Große Stendal 1829, S. 184: „Florian Alborn empfing im Jahr 1603 vom Kurfürsten Joachim Friedrich den in seinem Mannsstamm ausgestorbenen Lehnschulzenhof zu Buch zum Geschenk, machte aber von der ihm ertheilten Erlaubniß Gebrauch und verkaufte diesen Hof sofort an die Gebrüder Helmke zu Buch. Er gerieth im Jahre 1618 mit dem Magistrat zu Tangermünde in einen sonderbaren Rechtsstreit. Letzterer wollte den verfallenen Galgen wieder herstellen. Das Zimmer = und Maurergewerk hatte sich schon die Erlaubniß erwirkt, unter Trommelschlag und Pfeifengetön drei neue Balken zusammenzufügen und die Grundmauer aus Bachsteinen auszuführen. Kaum war dies geschehen, so gerieth der kurfürstliche Amtmann Alborn in einen gewaltigen Zorn, indem er vorgab, die Wiederherstellung des Galgens gebühre keinesweges der Bürgerschaft, sondern dem Amte. Es erhob sich daher ein großer und langer Streit, wer von beiden einen Dieb hängen lassen sollte. Endlich wurde nicht allein durch das Grundstück, auf welchem der Galgen stand, sondern auch durch rathhäusliche Urkunden der Beweiß geführt, daß nur der Stadtobrigkeit dies Recht zustehe.“
Pohlmann „Historische Wanderungen durch Tangermünde“, Georg Doegersche Buchhandlung 1846, S. 89ff: „Das zur rechten Hand, wenn man aus der Stadt zur Burg geht, nahe am Burggraben liegende, (jetzt von Schmalenseesche) Haus bewohnte, so weit die Nachrichten reichen, zuerst ein Pasche Dalthaw. … Der Kastner (kurfürstliche Beamte) Florian Alborn kaufte dieses Freihaus, von welchem es der Historiograph Bogislav Philipp von Kemnitz, ein Freund und Begleiter des berühmten Schwedischen Reichskanzlers Oxenstierna, durch Verheirathung mit dessen Tochter ererbte.
Enders „Die Altmark“, S. 1016: „Verwandtschaftsbeziehungen nach Hamburg und Lübeck lagen fast auf der Hand. Andere waren seltener. … Ein Bruder des Kastners Florian Alborn zu Tangermünde, Ern Johann war Pfarrer in Luckenwalde, der andere, Jeremias, Bürger in Kirchhain, damals nichtmärkische Städte.“
Pohlmann „Historische Wanderungen durch Tangermünde“, Georg Doegersche Buchhandlung 1846, S. 111. „Den Domainenbeamten Florian Alborn, einen großen Günstling des Kurfürsten redete derselbe in seinem Anschreiben ebenfalls mit Du an. Dieser Florian Alborn starb den 28. April 1621. Er und seine drei Söhne stehen in Stein gehauen an der innern Kirchenwand, unfern des Hochaltares.“

Lage:
Das Grabmal steht innerhalb der Kirche an der Nordseite des Chorumgangs westlich der zweiten Fensternische.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer Magdeburg 2018