altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Wilhelm (?) Müller (?)

Sterbedatum:
21.12.1862
Ort:
Meßdorf
Standort:
Friedhof
GPS:
11.555227 - 52.720806

Beschreibung:
Zustand:
Die Textfelder des Grabsteins aus Sandstein sind teilweise mit erheblichem Schriftverlust verwittert. Am oberen Gesims sind Fehlstellen zu beklagen. Die Bekrönung (vermutlich ein Kreuz) fehlt.

Dekor:
Der Grabstein ruht auf einem Sockel mit quadratischer Grundfläche. Die vier Seiten besitzen einen erhabenen Rand und tragen eine vertiefte Inschrift. Im Bereich über den Textfeldern sind verschiedene erhabene Symbole angebracht (Kreuz und Anker vor einer Wolke unter der Sonne, Schmetterling, zwei gesenkte, einander reichende Hände, sich kreuzende Fackeln). Das Grabmal schließt nach oben mit einem Gesims ab, auf dem vier Giebel den Stumpf einer Bekrönung (vermutliche ein Kreuz) umgeben.

Inschrift
Ostseite:

Unser(?)… …ll(?)er
der …

… … denken

Nordseite:
nimmer auch konnt unsre
Hand ihn in Heimaterde
senken. Westseite:
Kreuze verma… das …
… Staub …
des bandes Raub a… Liebe im Herzen seht …
von … … weht-
Vergiss mein … nicht

Südseite:
doch der …
Luft sanft …
sei… …

Anmerkung:
Aufgrund des umfangreichen Schriftverlustes gestaltet sich die Identifizierung des Personenkreises, dem dieser Grabstein gewidmet wurde, sehr problematisch. Aus den Resten der Inschrift ist lediglich erkennbar, dass es sich um eine männliche Person handelt. Einziges weiterführendes Indiz ist ein zweiter Gedenkstein, der für einen Gefallenen des 2. Weltkrieges angefertigt wurde, mit der Inschrift: „Oberleutnant Friedrich Wilhelm Müller * 22.4.1925 † 1.4.1945 in Graudenz“. Dieser Stein lehnt an der Vorderseite des betrachteten Grabsteines aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach Mitteilung von Herrn Uwe Lenz und Frau Cornelia Beindorf aus Meßdorf ist der Gedenkstein aus dem Jahre 1945 von den Eltern des Gefallenen, Wilhelm Müller und Elli geb. Kricheldorf aufgestellt worden. Nachkommen dieser Familie kümmern sich bis heute um die Pflege der ehemaligen Familiengrabstelle, so dass man davon ausgehen könnte, dass beide Denkmäler Mitgliedern ein und derselben Familie gewidmet worden sind. Nach Kirchenbuchauswertung ergab sich folgendes Bild:
Karl Friedrich Wilhelm Müller * Meßdorf 22.4.1925

Eltern:
Karl Fritz Wilhelm Müller * Meßdorf 6.7.1899, Landwirt in Meßdorf
oo Meßdorf 16.5.1924
Elli Hedwig Kricheldorf * Lüthe 17.10.1900, Tochter des Lüther Mühlenbesitzers August Kricheldorf und Luise Manecke

Großeltern:
Karl Friedrich Wilhelm Müller * Meßdorf 7.10.1866, Ackerguts- und Gasthofbesitzer in Meßdorf
oo Meßdorf 9.9.1898
Anna Antonie Friedrichs * Neuendorf am Damm 30.5.1874, Tochter des Ackergutsbesitzers Fritz Friedrichs in Neuendorf am Damm und Karoline Dorothea Mertens

Urgroßeltern:
Friedrich Wilhelm Müller * Meßdorf 27.10.1836 † Meßdorf 7.12.1907, Ackerhofbesitzer und Gastwirt in Meßdorf
oo Meßdorf 27.10.1865
Dorothea Sophie Beneke * um 1840, Tochter des Kossaten Johann Heinrich Benecke in Hemstedt und Catharina Sophie Lemme

Ururgroßeltern:
Wilhelm Müller * Meßdorf 25.10.1805 † Meßdorf 21.12.1862, Großkossat und Gastwirt in Meßdorf
oo Meßdorf 16.2.1836
Anna Elisabeth Müller * Meßdorf 28.3.1811 † Meßdorf 1.9.1854 „Ruhr. hat die Hilfe zweier Ärzte genossen“, Tochter des Lehnschulzen, Großkossaten und Gastwirts Andreas Friedrich Müller in Meßdorf

Urururgroßeltern:
Peter Müller † vor 1836, Ackermann in Meßdorf

Lediglich die Sterbedaten der Ururgroßeltern (1862 / 1854) passen zeitlich zur Entstehungszeit des Grabsteines, der nach Vergleich mit ähnlichen Grabmalen vermutlich im Zeitraum 1850 bis 1880 angefertigt wurde. Folglich könnte der Grabstein für den 1862 an Magenverhärtung gestorbenen Kossaten und Gastwirt Wilhelm Müller aufgestellt worden sein.

Lage:
Der Grabstein steht auf dem Friedhof wenige Meter südlich der Kirche.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2018/2019